Dieskauer Park im Sonnenschein
Im Herbst waren wir ja schon einmal im Dieskauer Park Cachen. Damals noch bei Regen und Matsch. Heute gelang es uns dann unverhofft, diesem schönen Ort, trotz recht verplanter Zeit, noch einen Besuch abzustatten. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn Ausflüge werden bei uns in letzter Zeit irgendwie nur nach Verfügbarkeit von Geocaches am jeweiligen Ziel geplant.
Diesmal ging es etwas kurzfristig und ohne großartige Planung los. Das tolle Wetter musste einfach genutzt werden. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die den Park besuchen wollten und somit gestaltete es sich umso schwerer, unbemerkt die Caches zu bergen. Insbesondere an einer Stelle wurde unsere Geduld einer schwierigen Prüfung unterzogen.
Schon beim ersten Blick wissend, wo sich der Cache befindet, konnten wir ihn aber dennoch nicht unbemerkt erreichen, denn in dessen Nähe hatten es sich 2 Männer gemütlich gemacht und machten den Eindruck, hier Wurzeln schlagen zu wollen. Ok, damit muss mal leben, also erstmal zum nächsten Cache, welcher auch schnell und vor allem unbeobachtet gehoben werden konnte. Wieder zurück am ersten Versteck kam dann die Ernüchterung. Die beiden waren immer noch da.
Na gut, jetzt erst recht. Wer gibt eher auf? Wollt ihr das totale Warten? Jaaaa! Um es kurz zu machen, nach ca. 30 min gaben die beiden auf, unwissend, dass sie eben einen Wettkampf verloren hatten. Danach ging alles ganz schnell und wir konnten Cache Nr. 183 von unserer ToDo-Liste streichen.
Osterspaziergang
[…] Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in rauhe Berge zurück[…] Solch ein Wetter wie es uns der heutige Karfreitag bot, muss wohl den Dichtervater Goethe dazu bewogen haben, den Osterspaziergang in den Faust einfließen zu lassen. Diesen Frühlingstag wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen, trotz der obligatorischen Familienbesuche.
So haben wir uns zu einigen kleinen Spaziergängen entschlossen. Die erste Station war die „Steinerne Jungfrau“ bei Dölau. Ein Menhir (Bedeutung: bretonisch „langer Stein“) aus der Jungsteinzeit, ein Abbild verstorbener Ahnen. Sie diente als Ersatzleib und Sitz der Seele nach dem Tod. Bemerkenswert ist, dass dieser sagenumwobene Menhir der zweit höchste in Deutschland ist. Überlieferungen berichten eine Riesin soll während eines Gewitters, um ihr Kleid nicht zu beschmutzen, Brote in eine Pfütze geworfen haben, um diese trockenen Fußes zu überqueren. Wegen dieses Frevels wurden sie und ihre Brote versteinert.
Anschließend besuchten wir den Bierhügel bei Salzmünde. Auf diesem steht ein etwa 2 m hoher Stein mit einer verwitterten Inschrift. Sein Name gründet sich auf eine Erzählung aus dem Jahre 1222: Elisabeth, die Heilige, Gattin des Pfalzgrafen Ludwig, war auf der Heimreise zur Wartburg und kam dabei durch Salzmünde. Die Untertanen der umliegenden Dörfer huldigten andächtig der Heiligen. In Anerkennung dafür befreite sie die Dörfer vom Abgabezehnt. Alljährlich, zur Erinnerung an die fürstliche Vergünstigung, sollten die Bauern und Gutsherren der Reihe nach zum Himmelfahrtstag eine Tonne Bier auf dem nahe gelegenen Hügel – dem Bierhügel, ausschenken.
Nach einem reichlichem Kaffeetrinken ging es dann in die Heide, einem der schönsten Fleckchen Natur in der Umgebung von Halle. Mit einem zünftigen Grillabend liesen wir dann, den rundum gelungenen Karfreitag ausklingen.
In diesem Sinne: Frohe Ostern!
*Goettine*
Wandern am Fuße einer Burgruine
Heute waren wir auf eine „Garmin-Einweihungs-Wandertour“ eingeladen. Der Jürgen hat sich vom Fieber des „Multimedialen-Wanderns“ anstecken lassen, und nun war es an der Zeit sein neu erworbenes Gerät auf Herz und Nieren zu prüfen. Die sommerlichen Temperaturen und der anstehende Frühjahrsputz vertrieben uns quasi aus den eigenen 4 Wänden!
Ziel war ein Waldstück zu Füßen der Burgruine Regenstein, nördlich von Blankenburg. Eine schwer einnehmbare Burg, die im Früh- und Hochmittelalter auf einem steil das Umland überragenden 294 m hohen Sandsteinfelsen errichtet wurde. Dieser Sandstein macht das Gebiet in der gesamten Umgebung so einzigartig. Feinster Sand direkt auf dem Festland, groteske Felsformationen mitten im Nadelwald und gleißende Sonne, die den Sand wie Eis glitzern ließ. Wer träumt da nicht von den Pinienwäldern Italiens?
Schwer fiel der Abschied von diesem Mittelmeerflair, aber unsere Wandertour nahm gerade erst ihren Anfang und wir hatten noch 13 km vor uns. Nach einigen bergauf- und -abstiegen, tauchten plötzlich vor uns, auf einem weniger frequentierten Wanderweg, hohe Mauern auf. Natürlich mussten diese genauer untersucht werden. Verschieden große Einschußlöcher, die 4 Schießbahnen und die hohen Schutzwälle ließen eine riesige alte Schießanlage aus Wehrmachtszeiten vermuten. Schüsse die diese Idylle zerreißen? Kaum vorzustellen. Auf unserem Rückweg begegnete uns noch eine Kuriosität.
Mitten im Wald stand plötzlich ein briefkasten-großes Behältnis. Die Schatzsucherneugier war geweckt. Sofort hatten wir es geöffnet. Darin befand sich ein Stempel und ein dazu gehörendes Stempelkissen! Was ist das denn? Der Stempel verriet: es gehört zur Harzer Wandernadel. Dies ist ein bislang einzigartiges Projekt. Es verbindet mit Hilfe eines Wanderpasses den Harz als eines der vielseitigsten Wandergebiete Deutschlands über Bundesländergrenzen hinweg. Ein Netz von zahlreichen Stempelstellen führt den Wanderer zu vielen interessanten und geschichtsträchtigen Orten der Harzregion.
Die passende Ergänzung zum Geocaching! Während wir auf dem weichen Sandboden gen Auto wanderten, thronte hoch über uns die alte Burg und wachte über unsere Spuren. Besucht haben wir die in den Fels gemauerte Festung nicht, aber das holen wir natürlich noch nach, denn schließlich warten dort noch viel Caches auf uns, die wir heute einmal unbeachtet ließen.
*Goettine*
Bewegungsprofil: 13,8 km bergauf- und -ab
Sommer! Erste Sonnenstrahlen
Es gibt Tage, da kann man Frauen nachfühlen. „Schatz, ich weiß nicht, was ich anziehen soll“. So ging es mir heute. Frühs noch mit Pullover und Winterjacke ins Büro getrabt, aber schon auf dem Heimweg gemerkt, das man overdressed ist.
Ok, dann halt fürs nachmittägliche Geocachingabenteuer die Sommerjacke rausgekramt – der Rest kann so bleiben. Rein ins Auto, den Micha abholen – während der Fahrt gemerkt, dass man zuviel Stoff (nein, keine Drogen!) am Körper hat und 3-Kreuze-machend, dass man nochmal direkt am Zuhause vorbei kommt. Also spontan auf kurzärmlig gewechselt. Los ging es, auf in die Wärme, in den Frühling, Sonne tanken.
Es ist echt heftig, dass wir in der selben Gegend vor einer Woche noch im strömenden Regen auf Cachesuche waren. Heute war alles wie verwandelt – perfektes Geocachingwetter!
In der Unterwelt
Als ich mir diesen Cache letzte Woche genauer anschaute, wusste ich genau: „Den musst du machen“. Natürlich kann man sowas nicht auf die lange Bank schieben, denn ist der Gedanke einmal zum Leben erweckt worden, gibt es kein zurück – er verfolgt einen – sogar nachts im Traum. Da hilft nur eins – ab ins Auto und hinfahren. Auch wenn die Anfahrt nicht gerade die kürzeste war, hielt sie sich noch in Grenzen und das Ziel glänzte in der Entfernung wie der berühmte Topf voll Gold am Ende des Regenbogens.
Da ich es bisher noch nicht erwähnt habe, heute sollte es in die Nähe von Leipzig gehen – in einen Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg (siehe Bild 2) unter einem RAW. Diesmal sogar zu dritt, denn der Michael wollte sich diese Tour nicht entgehen lassen.
Schon allein das Gelände, welches wir betraten, war sehr interessant und sehenswert. Alte verwaiste Fabrikhallen, stellenweise aber auch noch genutzte Gebäude, ein alter Turm und überall das Flair der vergangenen Zeit. Da sich auf dem Gebiet auch ein Jugendklub befindet, hieß es erstmal Vorsicht, denn es muss ja nicht gleich jeder sehen, was man dort treibt. Hier spielte uns aber das Regenwetter direkt in die Hände, denn hier war es absolut menschenleer.
Der Zugang zum Bunker war schnell gefunden, allerdings etwas schwierig. Mit etwas Kletterei erreichten wir dann endlich das Innere. Was uns hier erwartete, war eine unterirdische Welt, die im Gegensatz zu manch anderen Lost Places noch keine Zerstörungswut von bildungsfernen Menschen gesehen hat und uns somit relativ „naturbelassen“ empfing. Wir hatten wirklich eine Menge Spaß in dem alten Gebäude und mussten feststellen, dass sogar Nachbildungen von Nagetieren einem erwachsenen Mann einen Schrecken einjagen können (sorry Michael, aber das musste ich jetzt schreiben). Die verschiedenen Stationen waren auch gut zu finden und zusätzlich zum eigentlichen Logbuch erwartete uns hier etwas ganz neues – eine Ruhmeshalle, in der man sich zusätzlich verewigen konnte – was wir natürlich auch direkt taten.
Zwar war dies nicht der einzige Cache des heutigen Tages, aber mit Abstand der beste.
Mistwetter, na und?
… Jetzt erst recht, dachten wir uns heute und fuhren trotz Dauerregens unseren heutigen Cachezielen entgegen. So langsam aber sicher etabliert sich der Freitagnachmittag als inoffizieller Männercachetag. Heute ging es wieder in einer mir wohlbekannte Gegend, in der wir bisher aber noch nicht aller Verstecke geschafft hatten. Auch nach dem heutigen Ausflug blieben noch einige auf der Liste offen, aber das ist ja nicht weiter schlimm, es hetzt uns ja keiner.
Ein kleiner Lost Place lag sogar auch noch auf unserem Weg. Eine alte Bahnhaltestelle, die jetzt direkt gegenüber einer modernen S-Bahn-Strecke liegt. Auf jeden Fall noch ein schöner Platz um ein paar Bilder zu machen, auch wenn das gar nicht so einfach ist, wenn man keinen Müll auf dem Foto haben möchte. Echt schlimm, das es mittlerweile scheinbar zum Volkssport geworden ist, seinen Abfall in der Natur bzw. in stillgelegten Gebäuden zu entsorgen.
Von goldenen Bergen und modernen Windmühlen
Nun grünt und blüht es weit und breit – Der Frühling ist die schönste Zeit! Nichts hält uns da im Haus – mit dem Garmin geht es raus! Dieses Mal besuchten wir in Begleitung eines Gastcachers kleine Orte rings um Halle. Ein Ziel war der ehemalige Porphyr-Steinbruch „Gützer Berg“ – dort liegt, durch einen kleinen Wald verborgen, ein Insider-Tipp unter Hobbytauchern, ein kleiner See.
Aber auch ohne Tauchausrüstung lohnt sich ein Besuch, denn der kleine Hain lädt zum gemütlichen Schlendern ein, wären da nicht die schwierigen querfeldein Märsche zum Schatz und die komplizierten Wege im Wiesenlabyrinth. Von dort aus besuchten wir noch den hohen Turm in Hohenthurm bei Halle. Leider kann man den Turm nur ein einziges Mal im Jahr besteigen und das war natürlich nicht heute.
Der Turm ist der klägliche Rest einer Burg, die allerdings im Schmalkaldischen Krieg (1547: Kaiser Karl V. gegen den Schmalkaldischen Bund, ein Bündnis protestantischer Landesfürsten unter der Führung von Kursachsen und Hessen) zerstört wurde. Das heutige, laue Lüftchen lud anschließend zu einem Besuch bei einer modernen Windmühle ein.
Es ist unglaublich wie riesig und laut diese Bauwerke sind, ob Don Quijote auch gegen sie gekämpft hätte, vielleicht als Symbol für die Entmachtung der fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Energien? Auf jeden Fall war es ein witziges Erlebnis, über dem Kopf pfiffen die großen Flügel geschmeidig durch die Luft und unter den Füßen bebte die Treppe, wie eine Waschmaschine beim Schleudern.
*Goettine*
Freitagnachmittagsfeierabendcaching
Ein langes Wort, welches aber im Grunde genommen alles sagt. Das Wetter war einfach zu verlockend und, um ehrlich zu sein, selbst wenn es das nicht gewesen wäre, 5 Tage Abstinenz waren genug. Der Körper verlangte wieder nach Matsch, Dreck und der Jagdinstinkt wollte auch befriedigt werden. Also ging es los, zu zweit, mit dem Michael. Diesmal nicht in den Wald, sondern nach Halle. Natürlich waren wir wieder erfolgreich und diesmal sogar an einer Stelle, an der ich mit der Goettine schon vergeblich gesucht hatte. Aber damals lag es wahrscheinlich an der Kälte und mit Sicherheit auch an den total vereisten Wegen, auf welchen ich mich sogar noch mit einer recht guten Haltungsnote, dafür aber sehr überraschend für mich selbst, auf den Arsch Allerwertesten setzte.
Heute ging es allerdings schneller als gedacht. Nach ca. 1 min rief Michael: „hier!“. Ich frag mich wirklich wie wir das Versteck beim ersten Mal übersehen konnten. Eigentlich haben wir genau dort gesucht, da bin ich mir fast sicher. Einer von 4 Caches auf der heutigen Runde, aber 7,3 km waren auch erstmal genug.
Vergangene Party’s
Der Frühling zeigt sich langsam, es wird wärmer, der Regen lässt nach – endlich! Auch im Winter hat es seinen Reiz, draußen in der Natur herumzulaufen und Dosen aus ihren Verstecken zu befreien. Es macht doch aber wirklich viel mehr Spaß, wenn man dabei auf Accessoires wie Schal und Mütze verzichten kann. Auch wenn heute ein paar Caches auf unsere Liste Standen, bei deren Suche wir das Sonnenlicht und dem entsprechend die Wärme genießen konnten, wartete mal wieder ein „Trau dich“ auf uns.
Diese alten Ruinen ziehen mich magisch an, schließlich kann man da mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen überkommt einen ein gewisser Nervenkitzel beim Betreten des Geländes, dann hat man ja vom Geocaching allgemein etwas und zu guter Letzt freut sich noch am meisten der Fotograf in einem auf solche längst vergessenen Gebäude. Das sind gleich 3 Dinge in einem – ja quasi direkt eine Erwachsenenüberaschung.
Unser heutiges Ziel lag mal wieder in der Nähe von Leipzig. Leider kann ich über die Geschichte des Objektes gar nichts sagen, aber immerhin gab es im Keller einen Partyraum und genau der war auch unser Ziel. Ganz ehrlich, wir brauchten eine gute halbe Stunde um die Microdose zu finden. Kurz vor dem Aufgeben kam ich auf die geniale Idee, meine Kamera als Hilfsmittel zu benutzen. Manchmal muss man seine Körpergröße halt durch andere Sachen kompensieren.
Nach dem erfolgreichen Fund erkundeten wir das Gelände dann noch eine Weile, bevor es weiter ging. Schade, dass dies alles verfällt – wie so viele Gebäude/Fabrikanlangen in dieser Gegend.
Geteiltes Halle
In Berlin wurde es vorgemacht, Halle macht es nach. In meiner Geburtsstadt wurde „die Mauer“ gebaut. Allerdings hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Na, gefunden? Richtig – natürlich ist 40 Jahre DDR falsch. Es sollte ja in Vorbereitung auf den 7. Oktober eher 60 Jahre DDR heißen, oder? Also bitte ich darum, an dieser Stelle noch ein wenig nachzubessern! Ansonsten wirkt auch die ganze Umsetzung etwas, sagen wir, billig. Um ehrlich zu sein, scheint mir das ganze Gebilde eher aus Presspappe zu bestehen. Gut, dass passt ja zur DDR, schließlich hatten wir genug davon.
Aber Spaß beiseite, eigentlich handelt es sich hierbei natürlich nur um Kulissen, denn hier soll der Film „Liebe Mauer“ gedreht werden. Da so etwas hier in der Gegend nicht allzu oft vorkommt, wollten wir es uns natürlich einmal anschauen.
Wie erwartet, war das Set großzügig abgezäunt, sodaß sich meine Hoffnungen, ein paar tolle Schnappschüsse machen zu können, recht schnell in Luft auflösten. Ein paar Bilder sind es trotzdem noch geworden, wenn auch nicht die tollsten. Auf jeden Fall ein netter Zwischenstopp auf unserer heutigen Cachingtour. Ihr habt doch nicht etwa gedacht, wir wären nur deshalb nach Halle gefahren, oder? Natürlich nicht, bescheidene 5 Caches warteten auf uns. Wobei ich bei einem sogar das Kind im mir ausleben konnte, denn es galt einen kleinen Kletterparkour zu überwinden.