Unter freiem Himmel
An diesem Wochenende zog es uns nicht in tiefe Katakomben, dunkle Keller oder unheimliche Hinterhäuser. Nein, wir genossen tatsächlich einmal die Pracht dieses Sommers – bevor wir ihn noch verpassen (Während wir mit Taschenlampen bewaffnet die dunkle Kühle eines verlassenen Gebäudes erforschen). In gleißender Hitze durchstöberten wir wieder die (un)möglichsten Orte auf der Suche nach – Filmdosen… Und wir waren nicht allein.
Insbesondere war ich nicht allein, mit meinem unerhörten Wunsch nach Eis. Nun waren wir zu Zweit gegen einen Verfechter der Aussage „Wenn wir an einer Eisdiele vorbeikommen, können wir ja welches holen!“ Wie voraus geahnt, lag ein solcher Verkaufsstand NICHT auf unserem Weg. Tja… so musste mein an die Kühle der Finsternis gewöhnter Körper ohne diese Erfrischung auskommen… jaaaa.. völlig verdörrt und erschöpft kam ich Zuhause an.
Nächstes Mal dann doch lieber wieder eine Tour durch modrige Räume einer verlassenen Lagerhalle… oder Eisdiele…
*Goettine*
Nachts in Naumburg
Schon sehr lange hatten wir eine Tour durch Naumburg geplant und gestern passte es dann endlich. Nachdem wir tagsüber unsere obligatorische Cacherunde durch die Stadt absolviert hatten, ging es gestärkt zum eigentlichen Ziel dieses Abends.
Gehört hatte man schon einiges von diesem Cache und schon allein deshalb, weil er eine recht hohe Schwierigkeits- sowie Terrainbewertung hat, waren wir umso gespannter. Nach unseren Glück am Tage, konnte eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Im 7-köpfigen Team ging es gegen 22 Uhr auf das Gelände des Lost Places, welcher früher vermutlich mal ein Kraftwerk war.
Wir kamen erstaunlich schnell voran und eine Station nach der anderen fügte langsam aber sicher das Puzzle zusammen. Nach 2 lustigen Stunden (geplant waren eher 4) hielten wir dann schon die Dose in der Hand. Ein toller Tag/Abend/Nacht mit einem gelungenen Abschluss.
Nur etwas trübte die Freude am Nachtcache. Mal wieder haben Menschen, die zu geizig sind, ihre Müllgebühren zu bezahlen, diesen Ort für sich entdeckt.
Gelungener Abschluss
Unsere gestrige Cacherunde führt uns ja quer durch das Braunkohletagebaugebiet und einige Caches hatten auch direkt etwas mit diesem Thema zu tun. So dann auch der letzte auf unserer Runde. Ziel war eine ehemalige Kieswasch- und Kohlebeschickungsanlage bei Röcken. Früher gehörte das interessante Bauwerk zum Tagebau Gustav Adolf, heute steht es nur noch einsam in der Landschaft. Ein neuer Zweck ist allerdings nun gefunden, denn seit neuesten dient das Ganze als Cacheversteck. Da letzte Woche Tine bei einem anderen Cache hoch oben fündig wurde, war es diesmal an mir, die anstrengende Aufgabe zu erledigen.
Es war gar nicht so einfach, dass könnt ihr mir glauben…
Endstation
.. war für uns zwar heute hier noch nicht, im Gegenteil, aber es war unser heutiges Highlight. Ziel war der ehemalige Bahnhof von Hohenmölsen. Schon beim Betreten des alten Gebäudes pochte das Cacherherz höher. Nirgendwo Schmierereien von zerstörungswütigen Jugendlichen, alles schien, als wäre es genauso verlassen worden.
Ein Lost Place ganz nach unseren Geschmack. Das Flair der vergangenen Zeit lag noch spürbar in der Luft. Mit dieser inneren Stimmung machte es schon einmal viel Spaß diese Aufgabe anzugehen. Hier erwartete uns allerdings ein etwas anderer Cache. Es galt diesmal nämlich, die Tagebucheinträge eines Eisenbahnangestellten „nachzuleben“.
Eine spannende Geschichte, welche uns in nahezu jeden Raum des Gebäudes führen sollte. Spannung bis zum Schluss, vom Dachgeschoss bis in den Keller. Schon allein die Tatsache, dass man aufpassen musste, von außen durch die Fenster nicht gesehen zu werden.
Mit ein paar Holpersteinen und Verwirrungen am Anfang lief alles aber nahezu perfekt. Selbst die Verwirrungen vom Anfang ergaben zum Schluss einen Sinn und einen sehr genialen obendrein. Viel mehr kann ich zu dem Cache leider gar nicht mehr schreiben, denn es würde zu viel verraten.
Manchmal sollte man genauer hinschauen
Beim Geocaching wird die Schwierigkeit eines Caches anhand von 2 Indikatoren angezeigt. Zum einen durch einen Wert von 1-5 für die Schwierigkeit (wie gut ist das Versteck bzw. das Rätsel?) und zum anderen durch einen Wert von 1-5 für das Terrain. Diesmal stand ein so genannter D4 / T3 auf dem Plan. Dummerweise hatte ich schon soviel Zeit mit dem Rätsel (in dem Fall steht das D nämlich für das Rätsel) verbracht, dass ich ganz vergessen hatte, welche Terrainbewertung der Cache hatte.
Vor Ort war es dann allerdings recht schnell klar, wo es hingehen musste. Auch ein Anruf beim Besitzer bestätigte uns dies. Wir mussten da hoch! Ich sage jetzt bewusst nicht, wo sich dieser Ort befindet, aber nur soviel. Es ist eine ehemalige Umladestation, bei der Kohle vom Zug auf LKW’s bzw. in Lager umgeladen wurde. Mit leicht vorsichtigen Schritten ging über die rostigen Treppen nach oben. Was einen erwartete war ein toller Ausblick, nur leider dachte ich in dem Moment lieber an mich als daran, ein paar Bilder zu machen.
Dummerweise fand ich die Dose nicht, was aber wahrscheinlich an dem flauen Gefühl in meinem Magen lag. Es half nichts, Tine musste (und wollte!) auch nochmal da hoch. Nach gefühlten 5 Sekunden kam auch schon der erhoffte Ruf „Ich habs“. Eine wirklich tolle Location, die man sonst sicher nie zu Gesicht bekommen hätte.
Meilensteine
Geocaching macht süchtig. So ist es nunmal. Schlimm ist das natürlich nicht, denn zum einen ist es eine geniale Freizeitbeschäftigung und zum anderen lernt man seine Heimat endlich einmal besser kennen. Wir steuern jetzt so langsam auf 300 gefundene Caches zu. Wenn man bedenkt, dass wir im Oktober letzten Jahres mit diesem verrückten Hobby angefangen haben, kann sich wohl jeder ausrechnen, wie viel Freizeit wir schon investiert haben. Ein Ende ist natürlich nicht in Sicht. Nur die Wege werden mittlerweile immer länger, da die lokale Gegend so langsam aber sicher „abgegrast“ ist. Warum ich diesen Text schreibe?
Vielleicht als eine Art Resümee der letzten 7 Monate. Wenn man bedenkt, welch verrückte Dinge wir mittlerweile in unserer Cacherkarriere gemacht haben, bei denen wir am Anfang nur beim Gedanken daran den Kopf geschüttelt haben. Aber das Hochgefühl kann man nicht beschreiben. Adrenalinpegel auf maximum und eine Tupperdose in der Hand – Die Line Koks des Geocachers. Es gibt aber auch Tage, an denen man nicht in irgendwelche alten Bauwerken herum kraucht, sondern einfach durch die Natur wandert und durch ein Feld Brennnesseln watet um eine Filmdose zu finden das schöne Wetter genießt. Solch ein Tag war heute….
Lostplace Waldkrankenhaus
Man könnte meinen, wir würden von diesen Objekten nicht genug bekommen – und so ist es auch. Dieses Mal lockte uns eine verfallen(d)e Klinik nach Bad Düben. Bevor es in die maroden Gemäuer ging, sahen wir uns in der über 1000jährigen Kurstadt um. Die Burg am Hang der Mulde – das Wahrzeichen der Stadt, ist nicht wirklich beeindruckend, allerdings wurde hier der legendäre Rechtsstreit zwischen den Pferdehändler Kohlhase und dem Junker Günter von Zaschwitz 1533 verhandelt. Diesen Rechtsstreit beschreibt Heinrich von Kleist in seiner Erzählung Michael Kohlhaas. Als (Neu-)Merseburger muss man natürlich erwähnen, dass nach dem Wiener Kongress 1815 Düben in das Königreich Preußen integriert und Teil des Regierungsbezirks Merseburg wurde. Dann ging es zu der alten Waldklinik.
Gut versteckt zwischen den Bäumen liegen die 7 miteinander verbundenen Flachbauten und die 11 Nebengebäude. Trotz fehlender Einrichtung erkennt man bereits an der Bauweise wofür es einst genutzt wurde. Der langgezogene Flur, vorbei an unzähligen Krankenzimmern und Behandlungsräumen, verbindet die einzelnen Stationen, die Intensivstation und die OP-Säle. Auf diesem Gang wurden unzählige Betten hin und her geschoben.
Hier schwebte einst der unverkennbare Geruch nach Desinfektionsmittel durch die Luft. Wieviele Gefühle wurden von diesen Gemäuern erlebt? Freude, Leid, Hoffnung, Schmerz, Trauer… und jetzt? Jetzt schleicht sich die Natur zurück in eines der Gebäude, wo der Mensch verzweifelt versucht, hat den Lauf des Lebens zu beeinflussen. An der Stelle wo einst Kinder geboren wurden, bröckelt nun der Putz von den Wänden. Wo früher mit dem Tod gerungen wurde, schaut ein junger Baum zum Fenster herein. In den Nebengebäuden, wo früher laute Ventilatorengeräusche die Stille zerissen, rosten die letzten Zeugen besserer Zeiten trotzig vor sich hin.
Wie wohl Kröllwitz nach 10 Jahren Leerstand aussehen würde?
*Goettine*
Männertag mal anders
Nein, diesmal habe ich mir nicht den Rucksack voll mit Bier gestopft und bin mit dem Rad quer durch die Natur gefahren. Der heutige Tag begann erstmal mit einer 1,5 stündigen Autofahrt Richtung Blankenburg im Harz. Ja ich weiß, die Wetterfrösche hatten Gewitter und sintflutartige Regenfälle vorhergesagt, aber wir wollten uns den Tag nicht von solche Pessimisten vermiesen lassen. Auf dem Weg hörten wir im Radio zwar schon Berichte von starkem Regen in der Gegend, aber auch das schreckte uns nicht ab, denn schließlich war über uns noch Sonnenschein und nicht die Spur von Regen.
Just ab Ortseingang Blankenburg brach dann allerdings die Hölle oder sollte ich sagen, der Himmel, über uns herein. Aber was solls, wir hatten ja Regenschirme und auch sonst waren wir nicht zimperlich. Beim 1. Cache angekommen, hörte man mich dann allerdings schon schimpfen, wettern und den Tag verfluchen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich schon 3x an dem Hang ausgerutscht war, aufgrund der Dunkelheit unter den Bäumen auch nicht viel sah und sowieso ein wenig überlastet war mit dem Regenschirm in der einen Hand, dem Garmin in der anderen und derm Handy mit dem Spoilerbild in der dritten Tasche.
Aber ich glaube, eine höhere Macht wollte mich prüfen, denn als ich den Cache aus seinem Versteck zog, berühigte sich mein Gemüt recht schnell wieder. Der Regen war zwar noch nicht vorbei, ließ dann aber auf unserer Wanderung zum Kloster Michaelstein endlich nach und setzte erst zum Ende unserer Tour wieder in all seiner Heftigkeit ein. Am Kloster konnten wir übrigens den ersten Stempelabdruck in unser Logbuch der Harzer Wandernadel tätigen.
Alles in allem eine tolle und erfolgreiche Tour in Blankenburg. Unsere Statistik konnte auch durch 15 gefundene Caches erweitert werden. Unsere Füße haben diesmal stolze 18,4 km abgelaufen. Inklusive Regen war dies eine beachtliche Leistung, welche wir aber noch Tage späte spüren werden.
Kontaktaufnahme
Es gibt Neuigkeiten aus der Fundgrube. Da wir bisher keine Such-Anzeigen gesehen haben, begannen wir mit der vorsichtigen Zusammenführung. Als erstes durfte der Platzhirsch „Bübs“ auf die Pirsch. Sicher beherrschte er das Gelände. Durch die Gitterstäbe hindurch wurde ausgiebig geschnäbelt, geschimpft und getreten – den Kleinen schreckte dies nicht ab.
Danach durfte der Neuling sein Territorium erweitern. Vorsichtig betrat er das unerforschte Gebiet, um sich sofort vor der Freiheit zu erschrecken. Der erste Versuch endete mit einem hektischen Flug quer durch den Raum. Beim zweiten Anlauf klappte es besser. Es folgte wieder ein ausgiebiges Schnäbeln, Schimpfen und Treten. Jetzt erholen sich die kleinen gefiederten Freunde. Jetzt wird ein passender Name für den Piepser gesucht. Als besonderes Merkmal sei erwähnt, dass er ständig wie ein Lucas-Arts Spiel pfeift…
*Goettine*