Mai
11
2009

Vogelasyl

Reallife       Trackback

Scheinbar ziehen wir es magisch an. Vor kurzem die Taube und heute dann das: 20 min vor Feierabend. Innerlich schon auf dem Heimweg. Plötzlich zerreißt ein Knall die Stille. Meine Kollegin ruft nur „oje ein Wellensittich“. Und da saß er auch schon, ängstlich und eingeschüchtert auf dem Balkon. Gerade eben vor unsere Scheibe geflogen. Eins war klar, wenn wir nichts unternehmen würden, wäre der Kleine sicher bald weg vom Fenster (haha). Also schnell ein alter Karton geholt und ihn mit einem beherzeten Griff eingefangen. Mein Nachhauseweg bestand im Groben eigentlich daraus, mir komische Blicke der Passanten gefallen lassen zu müssen. Mein schimpfender Tiertransport original Postpaketkarton schien sie sichtlich zu verunsichern. Lange Rede kurzer Sinn, nun sitzt hier noch ein Wellensittich und lauscht dem Geklapper meiner Tastatur bzw. ich lausche seinen Geräuschen. Noch zeigt er keine Ambitionen, mit seinem Artgenossen zu kommunizieren (ebenso umgekehrt) und darüber bin ich ehrlich gesagt froh. Auf alle Fälle scheint es ihm den Umständen entsprechend gut zu gehen. Jedenfalls hat er sofort angefangen zu fressen, als ich ihn in sein neues Zuhause setzte.

Morgen werde ich dann erstmal schauen, ob jemand das Tier vermisst. Falls nicht, sind männliche Namensvorschläge gern gesehen.

Mai
09
2009

Götter zu Besuch bei einer Göttin

Geocaching       Trackback

Im Saalekreis befindet sich die alte Gemeinde Langeneichstädt. Dort besichtigten wir heute ein besonderes Denkmal der Frühgeschichte – die Dolmengöttin, den Menhir von Langeneichstädt. Bei Feldarbeiten im Jahre 1987 wurde die Grabanlage aus dem Mittelneolithikum entdeckt. In dem Gewölbe fand man den Menhir. Das Grab und die Stele datieren auf ca. 3600-2700 v. Chr.. Wahrscheinlich soll sie ein Phallussymbol darstellen und damit für ewige Fruchtbarkeit sorgen.

Deutlich erkennt man ein eingeritzes Oval mit drei Querstrichen und zwei Augen als stark stilisiertes Bild einer weiblichen Gottheit, der so genannten „Dolmengöttin“. Darunter findet sich ein „Axtmotiv“ als Statussymbol des Mannes. In direkter Nachbarschaft der Dolmengöttin steht die „Eichstädter Warte“, ein mittelalterlicher Wehrturm. Einmal im Jahr, am Pfingstsonntag, wird der Turm geschmückt und für Besucher geöffnet. Der Bau dieser Warte geht ins frühe Mittelalter zurück, bereits um 900 n. N. soll hier ein Turm gestanden haben.

Anschließend waren wir in Steigra und besuchten dort dieTrojaburg – ein Rasenlabyrinth. Die meisten Trojaburgen befinden sich im skandinavischen Raum. Es existieren nur noch wenige: in Schweden (etwa 200), Finnland (141), Russland (um 60) und einige in Norwegen. Um so bedeutender ist dieses in Deutschland. Trojaburgen entstammen dem volkstümlichen-religiösen Brauchtum der vorchristlichen Zeit. Das Durchwandeln des spiralförmigen, aber immer wieder die Richtung wechselnden Ganges diente vermutlich der zyklischen Förderung und Erneuerung der Fruchtbarkeit von Mensch und Natur.

*Goettine*

Mai
02
2009

Gutshof Trebitz

Dieses Mal haben wir uns die alten Gemäuer eines verlassenen Bauerhofs angesehen. Von den damals recht beeindruckenden Gebäuden, stehen heute nur noch die äußeren Wände.

Leere Fensteröffnungen in zerbröckelnden Ziegelresten. Ein kleiner Baum reckt sich aus dem Dunkel eines eingestürzten Kellergewölbes.

Hohes Gras überwuchert den gepflasterten Weg. Blinde Türen die von der einen Natur in die Nächste überführen. Kein Unterschied zwischen Herrenhäusern und Gesindestuben, in jedem Zimmer kämpft die vergessene Zivilisation gegen die erbarmungslose Vegetation – und wir mittendrin. Im erschöpften Licht des vergehenden Tages war es ein ganz besonders beeindruckendes Erlebnis.

*Goettine*

Mai
01
2009

Ruine im Salzland

Heute frönten wir wieder einer besonderen Liebhaberei. Dem Besuch vergessener Bauwerke. Dieses mal ging es tief in das Salzland. „Haus Zeitz“, eine kleine Siedlung in der Nähe von Belleben. Der Ursprung dieser Siedlung geht sehr wahrscheinlich bis in die Zeit der slawischen Besiedlung zurück. Der Name Zeitz erinnert an die slawische Worte “zitci” oder “ciza”, die für “Kornspeicher” oder “Göttin der Säugenden” stehen.

Dort befindet sich eine alte Schlossruine, welche im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Das alte Schloss muss ein großer und reich ausgestatteter Bau gewesen sein, wie auch historische Abbildungen vermuten lassen. Dennoch zeigten sich bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts Anzeichen für einen Niedergang. Nach dem Wiener Kongress wurden Landarbeiter aus Polen und den damaligen deutschen Ostgebieten dort untergebracht.

Der Fürstensaal diente als Kornschütte und die herzogliche Familie ließ sich nur selten sehen. Auch 1945 hinterliesen amerikanische Soldaten ihre plündernden Spuren. Im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone wurde die adelige Familie von Anhalt 1946 enteignet. Das Schloss diente der Unterbringung einiger der zahllosen Heimatvertriebenen. Vom Schloss „Haus Zeitz“ ist heute nicht mehr viel übrig.

Sehenswert sind die Ruinen dennoch, das Flair der Endlichkeit liegt schweigend auf den müde gewordenen Mauerresten. Langsam, aber stetig holt sich die Natur ihren Besitz zurück.

*Goettine*

Mai
01
2009

Tag der Arbeit!

Da wir weder rote Fahnen schwengten, noch pöbelnd durch die Innenstadt zogen, hatten wir genügend Zeit das schöne Wetter ausgiebig zu genießen. Ein Ausflugsziel war die „Weiße Wand“ von Dobis. Ein Naturdenkmal im unteren Saaletal, welches die Verwitterungsschichten der unterschiedlichsten Gesteine zeigt. Aufgrund derer bietet das Gestein den verschiedensten Pflanzen eine Lebensgrundlage.

Hinzu kommt, dass das Gebiet des Naturparks das niederschlagsärmste in Deutschland ist. Das bedeutet, dass sich hier Pflanzengemeinschaften typischer Steppengebiete herausgebildet haben. Und da es im Burgenlandkreis so schön war mit der „Steil-Bergauf-Kletterei“, mussten wir das heute noch einmal wiederholen. Nur dieses Mal in der prallen Sonne und mit der reißenden Saale unter den Füßen. Hinauf zu einer Streuobstwiese, leider waren die Kirsch- und Apfelbäume noch in voller Blüte. Das sah schön aus, aber leider ungenießbar. Nur meine Schweinis haben sich über die Obstbaumblätter gefreut. Im Spätsommer würde sich ein Besuch in dieser Gegend sicher noch mehr lohnen. Man sollte nur große Beutel und Körbe nicht vergessen.

*Goettine*

Apr.
25
2009

Körperliche Ertüchtigung

Wieder unterwegs im Burgenlandkreis. Allerdings ließen wir heute die namengebenden, opulenten Bauwerke unbeachtet. Stattdessen besuchten wir Schulpforte – einen Ortsteil von Bad Kösen. Wer seinen begabten Nachwuchs fördern möchte, sollte sich dieses Örtchen merken. Denn die „Landesschule Pforta“ ist ein Internatsgymnasium zur Förderung Begabter mit einer langen Tradition die bis in das 16. Jahrhundert reicht.

Neben Friedrich Nietzsche (in Schulpforta von 1858 bis 1864) und anderen herausragenden Persönlichkeiten war auch Friedrich Gottlieb Klopstock hier Schüler. Ihm zu Ehren wurde eine kleine Quelle in der Nähe der Landesschule nach ihm benannt – diese war auch eines unserer Ziele. Dort angekommen, suchten wir einen geeigneten Weg zur nächsten Etappe unserer Reise. Wobei „geeignet“, vielleicht ein irreführendes Wort ist. Denn wir, *hüst* auf anraten von mir, wählten den DIREKTEN Weg. Dummerweise war dieser nicht wirklich befestigt bzw. er existierte gar nicht und führte steil gen Himmel.

Aber da unsere geistigen Fähigkeiten keiner Förderung bedürfen, weil diese bereits unermäßlich sind, trainierten wir eben unseren Körper. So krackselten wir im Angesicht des Todes schnurstracks auf unser Ziel – eine Eremitenklause zu. Dort angekommen ruhten wir eine Weile und liesen die wunderschöne Natur auf unsere geschunden Körper einwirken, bevor es weiterging quer durch Bad Kösen, entlang der Saale.

*Goettine*

Apr.
24
2009

Ungewollte Blutspende

Geocaching       Trackback

Freitags ab 1 macht jeder seins (oder so). Getreu diesem Motto ging es heute in Begleitung vom Champster in den Luppewald. Es sollte eine entspannte Cachetour werden. Zwar mit einer nicht unerheblichen Wegstrecke, aber dafür aller paar Meter mit einem Cacheversteck als Belohnung. Soviel zur Theorie. In der Praxis zeigte sich uns, dass der Luppewald einige stehende Wasserstellen beherbergt, welche im Winter gar kein Problem darstellten. Allerdings haben wir es nun mittlerweile Frühling und wer gehofft hat, dass die Mücken im Winter alle erfroren sind, liegt leider falsch. Ich sage euch, die Viecher haben alle überlebt und z. Z. leben sie im Luppewald, um Kräfte zu sammeln. Für die Minivampire waren wir nur Nahrung und genau das zeigten sie uns auch spontan und ohne müde zu werden.

Gefühlte 2 l Blut weniger in den Adern und 12 Caches mehr in der Statistik verließen wir dann den Wald. Es sei aber bemerkt, dass wir trotz wirklich sehr intensiven querfeld -waldein keinerlei Zecken eingesammelt haben. Vielleicht lag es ja daran, das wir direkt am Anfang eine Ansammlung von Bärlauchpflanzen durchquert haben und deren Geruch an unseren Schuhen/Hosen keinerlei Leben mehr zuließ. Tatsächlich riecht momentan unser Flur immer noch exakt wie dieses Bärlauchfeld.

Bewegungsprofil: 10,8 km vorbei an Milliarden Mücken

Apr.
20
2009

Nimmermehr?!

Einst, um eine Mittnacht graulich, da ich trübe sann und traulich
müde über manchem alten Folio lang vergess’ner Lehr‘-
da der Schlaf schon kam gekrochen, scholl auf einmal leis ein Pochen,
gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte, von der Türe her.
„’s ist Besuch wohl“, murrt‘ ich, „was da pocht so knöchern zu mir her –

Nein es ist kein Rabe, aber es macht mir trotzdem Angst!

Mit einem „Pssst“ auf den Lippen zitierte mich die Tine gerade ins Schlafzimmer. Ich weiß was ihr jetzt denkt, aber so geht die Geschichte nicht weiter, da muss ich euch enttäuschen. In Vorbereitung unserer Nachtruhe wollte Tine nur nochmal durchlüften und da saß sie, die Taube. Guckte nun mittlerweile uns beide an und tat so, als wäre nichts. Na gut, also erstmal zurück ins Wohnzimmer – die Kamera holen. Das Tier ließ sich nicht beirren. Leider störte die Scheibe so ziemlich, aber um ehrlich zu sein, habe ich lieber ein paar Reflektionen auf dem Bild als eine Taube im Schlafzimmer, also blieb das Fenster geschlossen. Was soll ich sagen, 20 min später saß das Tier immer noch dort, ein Pochen gegen die Scheibe, ein Klatschen in die Hände, nichts konnte sie aus der Ruhe bringen.

Ich will nur hoffen, dass sie nicht im Blindflug gegen unsere Scheibe geflogen ist ohne das wir es mitbekommen haben. Sichtbare Verletzungen hat sie jedenfalls nicht. Allerdings ist ihr Verhalten alles andere als normal, selbst für eine Stadttaube. Ich sag euch eins, wenn ich morgen früh die Jalousie hochziehe und das Tier streckt mir seine Füße als erstes entgegen *schauder* dann hol ich einen Stock und schicke es auf seinen letzten Flug. Ja, so pietätlos wäre ich!

Apr.
19
2009

Unterwegs im Burgenlandkreis

Burgenlandkreis – da muss man doch einmal nachsehen, ob der Name auch gerechtfertigt ist. Also ging es heute ab gen Süden. Angefangen haben wir mit Weißenfels, dort besuchten wir das Schloss „Neu-Augustusburg“. Die eigentliche Weißenfelser Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

An ihrer Stelle entstand unter den Herzögen August und Johann Adolf I. im 17. Jhd. die barocke Residenz des albertinischen Herzogtums Sachsen-Weißenfels – das Schloss. Momentan befindet sich dieses in der Restauration und man kann die werdende Schönheit leider nur erahnen. Aber ein Blick von Schlossterrasse bietet eine herrliche Aussicht über die Stadt.

Weiter ging nach Schönburg eine Burganlage über dem gleichnamigen Dorf. Eine Ruine der romanischen Bischofsburg des Bistum Naumburg. Ein wunderschönes Fleckchen Erde. Leider kamen wir einen Tag zu spät, denn gestern war dort Jungweinfest.

*Goettine*

Apr.
19
2009

Auf der Suche…

Geocaching       Trackback

… nach möglichen Verstecken für zukünfte Caches. Da hatte ich doch tatsächlich die Bilder vom letzten Wochenende auf meiner Kamera vergessen. Ok, vergessen ist vielleicht das falsche Wort. Ich war nur nicht dazu gekommen sie zu sichten. Nach unserer heutigen Tour habe ich sie dann natürlich noch durchgeschaut und einige Impressionen möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Im Grunde genommen waren wir in Merseburg unterwegs, um potentielle Verstecke zu suchen, die wir für unsere zukünftigen Caches verwenden können. Ein paar haben wir auch gefunden und nebenbei das herrliche Wetter in vollen Zügen genossen.

Merseburg hat schon tolle Ecken und genau dorthin wollen wir natürlich auch mal andere Cacher locken.

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