Jan
23

Ein Tag im Jahr – Schnee

Ich öffnete widerwillig meine schlafschweren Augen. Das Töchterchen versuchte mich schon eine geraume Zeit zu wecken. Nachdem ich mich dann endlich erhoben hatte und mein müder Blick zum Fenster wanderte, war ich schlagartig wach! Schnee! Zentimeter hoch – ein Wintertraum! Der Nachwuchs war begeistert und kaum war der Papa wach, ging es mit Handschuhen bewaffnet in das Winterwunderland.

Eigentlich sollte es nur ein Schneemann werden, aber die zweite Kugel war irgendwie zu schwer geworden, so entstand nach und nach eine kleine Schneemannfamilie! Ganz stolz steckte unser kleiner Nachwuchs am Ende noch die Mohrrübennasen ins Gesicht – Fertig!

*Goettine*

Jul
31

Urlaub im Erzgebirge

Als genaues Ziel unserer Reise wählten wir einen Ort im größten zusammenhängenden Waldgebiet des mittleren Erzgebirges – Geyer, eine alte Bergbaustadt. Die Zeugen dieser Vergangenheit sieht man an jeder Ecke. Bereits seit dem 13 Jahrhundert wurde in dieser Gegend Zinn, später auch Silber abgebaut. Die Erzlagerstätten in dieser Gegend zählen zu den ergiebigsten Europas. Und selbst als um 1990 die letzten Bergwerke geschlossen wurden, waren sie noch immer nicht erschöpft.

Mitten in diesem idyllischen Städtchen findet man einen riesigen Krater – die Geyersche Binge. Sie entstand durch den intensiven Abbau in den Gruben unter dem Geyersberg und dem plötzlichen Zusammensturz der unterirdischen Höhlen und Gänge. In den bis zu 35 m hohen und bis zu 40 m breiten Weitungen kam es 1704 zu dem ersten großen Tagesbruch, dem bis 1803 weitere folgten. Der letzte verhängnisvolle Bruch ereignete sich am 11. Mai 1803. Bis heute liegen zwei Bergmänner dort begraben. Es heißt, man habe bereits das Bergschlagen (Ein warnendes Grummeln, dass der Berg bald zusammenrutscht) gehört, aber diese zwei Männer begaben sich dennoch hinein und die Höhlen brachen zusammen und verschütteten sie. Heute ist der gewaltige, etwa 60 m tiefe Krater ein Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 200×250 m. Ein sehenswerter Rundweg schlängelt sich durch das beeindruckende Gebilde.


Ein anderes Naturdenkmal ganz in der Nähe sind die Greifensteine. Eine aus Granit bestehende Felsformation im Waldgebiet zwischen den Ortschaften Ehrenfriedersdorf, Geyer, Jahnsbach und Thum. Der höchste der sieben Granitfelsen erreicht eine Höhe von 731 m über NN. Weitere sechs Felsen wurden durch Steinbrucharbeiten abgetragen, die 1923 endeten. Aufgrund der Ergiebigkeit der Erzlagerstätte sind die Greifensteine auch ein bekannter Fundort für viele verschiedene Minerale unter anderem Beryll, Gips, Hämatit, Topas, sowie verschiedene Granate, Turmaline und andere. Wir selbst haben in dieser Gegend einen Amethysten gefunden. Ganz in der Nähe befindet sich die Stülpnerhöhle. Der erzgebirgische Volksheld Karl Stülpner, Wildschützer und Helfer der Armen, ist eine Legende. Er wurde am 30. September 1762 in Scharfenstein in ärmlichsten Verhältnissen geboren und starb am 24. September 1841 im Alter von 79 Jahren in Scharfenstein. Er gilt als der „Robbin Hood“ des Erzgebirges. Auf Grund seiner Taten (u.a. Wilderei) war er jedoch „vogelfrei“. Die Greifensteine und speziell eine Höhle im Gestein sollen ihm als Versteck gedient haben, um seinen Häschern zu entkommen.

Auch sehenswert ist der Greifenbachstauweiher – einer der ältesten Talsperren Deutschlands. Der ursprünglich für den Bergbau angelegte See wird heute mit seinen 634.000 m³ als Naherholungsort genutzt. Aber nicht nur die Natur ist dort sehens- und besuchenswert, auch das ehemalige Bahnhofsgelände in Geyer lohnt sich. Eine Schmalspurbahn-Dampflok erinnert an die Geschichte des „Thumer Netzes“. Im Lokschuppen gibt es eine Ausstellung zur Schmalspurbahn zu besichtigen und wenn man ein wenig in den Wäldern spazieren geht, kann man sogar noch, neben zahlreichen alten Stollen, die Überreste finden u.a. die der längsten Schmalspurbahnbrücke Deutschlands, vielleicht sogar Europas.

Eines jedoch verwirrt den Sommertouristen. Überall sieht man Indizien des Winters. An jeder Hausecke wird vor fallendem Dacheis gewarnt. Im Schaufenster stehen Schlitten und in der Schnitzereiwerkstatt stehen die detailreichen Schwippbögen und Räuchermännchen Spalier. Und das bei 30°C im Schatten. Für wen das noch nicht Grund genug ist, der Gegend einen Besuch abzustatten, dem sei gesagt, dass die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit dort unübertroffen ist. … Nur kostenfreie Parkplätze gibt es dort nirgendwo.

Jun
04

Aus Alt mach Neu

Reallife       Trackback

Wir haben mit ihnen viele, viele Kilometer zurückgelegt. Sie begleiteten uns auf matschigen Feldwegen, duftenden Waldpfaden, endlosen Straßen und auch mal Querfeldein.

Ob tollster Sonnenschein, heftigster Regen oder gar 30 cm Schnee – sie waren dabei! Selbst in dunklen Höhlen, finsteren Kellergewölben, auf höhsten Türmen, in dreckigen Industriebrachen, in windigen Höhen, auf rutschigen Bäumen – auf sie war Verlass! Als wir sie zum ersten Mal trugen (am 11.05.2011), war es als wandelten wir auf Wolken. Alle anderen fristen seit dem ein dunkles, ödes Leben irgendwo verstaubt und vergessen auf dem Dachboden.

Doch nun, nach absoluter wetterunabhängiger, hardcore Dauernutzung gehen sie in den verdienten Ruhestand. Aber ihre wohlbehüteneten Schützlinge werden ja wieder sicher und bequem verpackt, in genau das gleiche Modell: Meindl Magic.

(Aber wenn es mal wieder dreckig wird, werde ich sie wohl noch mal raushohlen – so als Rentner wird es doch sonst öde…)

*Goettine*

Feb
06

Winterwunderland

Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich kein Freund dieser Jahreszeit bin. Die Kälte, der Schneematsch, die Glätte… das ist nicht meins und wird es auch nie werden! Dennoch hat so ein Spaziergang durch den frisch gefallenen Schnee etwas für sich. Vor allem, wenn die Sonne scheint und man die Kamera dabei hat.

So ging es heute mit Kind(erwagen) und Kegel an die frische Luft, um etwas Wärme (ja, es war tatsächlich warm) zu tanken. Wie sich zeigte, war die Sonne wirklich fleißig, denn die weiße Pracht war schon auf dem Rückzug. Man musste sich richtig beeilen, um noch ein paar Schnappschüsse machen zu können.

So…. nun kann aber wirklich langsam Frühling werden, finde ich!

Mrz
11

Deine Lakaien in Dresden

Am 18.02.11 war es endlich soweit! Ein fulminantes Erlebnis welches auf meiner “To-Do”-Liste ganz ganz oben stand, wurde wahr: Deine Lakaien live sehen! Im Alten Schlachthof Dresden konnte ich die Altmeister des Dark Wave / der Avantgarde hautnah erleben! Aufgrund der langjährigen (über 25 Jahre!) Bandgeschichte gab es nicht nur Lieder des aktuellen Albums “Indicator” zu hören, sondern auch viele der gut bekannten Klassiker, wie “Wunderbar” oder “In to my Arms”.

Das lässt das Fan-Herz höher schlagen! Endlich konnte ich die gut gelernten Texte meiner Lieblingsband mit singen! Zum Glück gab es viele Zugaben, denn ich konnte einfach nicht genug bekommen… obwohl ich schon fast heißer war hihi… Das großartige Konzert war ein kleiner Auszug aus der wundervollen stilistischen Vielfalt, die diese beiden Künstler zu bieten haben. Ein Theaterwissenschaftler und ein Kapellmeister – diese Komposition ist eben einfach nur grandios! Schon die bunte Zusammensetzung des Publikums lässt erahnen, dass diese Musik einfach exorbitant ist!

Ich bin so glücklich dieses beeindruckende Spektakel endlich miterlebt zu haben!
*schwärm* es war absolut phantastisch!
Vielen, vielen Dank, dass ich das erleben durfte!

*Goettine*

Feb
04

Besuch in der Weltstadt

Einer schon lange wartenden Einladung folgend, ging es am Wochenende mit einer Freundin in unsere Hauptstadt. Mein letzter Besuch war aus „organisatorischen“ Gründen leider nur sehr kurz gewesen. (blöde Umweltzonen… *zwinker*). Dieses Mal waren wir nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, da konnte ja nichts schief gehen.

Geplant war ein ausgeklügeltes „Kulturwochenende“ mit Museen, Galerien und Theater. Aber das Wetter war so zauberhaft, dass es eine Schande gewesen wäre, dies nicht zu genießen. Ein Hauch von Frühling mitten im Januar! Also wurde nach kurzem Zögern doch umdisponiert und statt Museen wurden kleine Trödelmärkte besucht, die es in dieser riesigen Stadt fast an jeder Ecke zu geben scheint. Wenn ich mehr Taschen mitgehabt hätte, wäre ich wohl mit sehr vielen Bücher zurück gekehrt, aber so wurde es nur ein ganz kleiner Dostojewskij (was sonst). Da wir völlig unmotorisiert und untechnisiert waren, ging es auf herkömmlichen Weg mit Stadtplan und per pedes/S-Bahn quer durch die Innenstadt.

Abends wollten wir das hochgelobte Shakespearestück Othello sehen. Leider fiel dies wegen Krankheit aus. (@Marianne wir ziehen dieses Schicksal magisch an, aber wir müssen noch mal dort hin, denn die spielen da tatsächlich „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ von Dostojewskij … ). Und so waren wir zunächst ratlos, wie es weitergehen sollte. Der Abend war jung und in dieser lebendigen Stadt war die Auswahl schier grenzenlos. Wie es der Zufall nun wollte, war gerade die lange Nacht der Museen und so konnten wir also doch noch die ein‘ oder andere Ausstellung besuchen. So wurde es doch noch ein phänomenales Kulturspektakel, welches seine Wiederholung in Leipzig erleben soll.

Es war ein tolles Wochenende!

Viele liebe Grüße an die Mädels! Bis zum nächsten Mal!

*Goettine*

Jan
16

Hochwasser der Saale

Da reden nun so viele vom Hochwasser, da wollten wir uns heute einmal selbst ein Bild davon machen.

So ging es auf zum Saale-Radwanderweg. Weit gekommen sind wir nicht – noch nicht einmal bis nach Leuna. Denn auf dem Weg dahin hat das Wasser bereits das Land erobert und Enten schwimmen über das angrenzende Feld.

In den Fluten baden, würde ich aktuell nicht. Abgesehen von den Temperaturen hat die Saale auch ganz schon an Geschwindigkeit zu gelegt.

Nichts mit beschaulicher Fluss, eher ein reißender Strom – die ehemals kleine Saale.

*Goettine*

Jan
16

Winterurlaub

Als feststand dass ich tatsächlich einmal Urlaub haben sollte, wussten wir gar nicht, wo es hin gehen sollte. Warm und gemütlich sollte es sein. Wirkliche Zeit uns das lange zu überlegen hatten wir nicht, der Countdown lautete: T-4 Tage. Mit diesen Grundvoraussetzungen ging es in ein Reisebüro. Und so reisten wir zumindest gedanklich von einem All-inclusive Hotel in der Türkei über Ägypten, nach Tunesien, Spanien, weiter nach Brüssel, Paris, Wien und gelandet sind wir dann doch in einem Wellness-Hotel in Friedrichroda. Das Auto wurde gut in der Garage verstaut und ab diesem Zeitpunkt waren wir von öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig. Es hat alles wunderbar funktioniert (selbst mit der Deutschen Bahn) und damit war es sehr entspannt.

Auch wenn die Umgebungstemperatur um die minus 13°C betrug und der Schnee fast höher war als ich, haben wir die tropischen Temperaturen nicht vermisst, denn in der hoteleigenen Sauna und Poollandschaft war es wunderschön warm und kuschelig. Da wir wohl einige Kilo zugenommen hätten, hätten wir uns täglich an dem reichlichen und leckeren Frühstück und Abendbrot ohne körperliche Betätigung bedient, ging es jeden Tag raus in die meist unberührte Natur. In meterhohen unberührten Schnee, Berg auf und steil (jaaa direkt ist eben am kürzesten und manchmal unausweichlich) den Berg ab. Eines der ersten Ziele war natürlich die Marienglashöhle – eine unter Naturschutz stehende Höhle in der einst dieses „Glas“ abgebaut wurde. Marienglas ist eine Art Gips von besonders hoher Reinheit. Sein Name entstand durch die Verwendung bei Marienbildern und in Reliquienbehältern.

Während unserer kleinen Touren – auch im Auftrag des Geocachings – trafen wir tatsächlich 2 ortsansässige Cacher die mit uns gemeinsam einen Cache suchten und die uns mit ein paar Listings aushalfen (Danke an dieser Stelle). Natürlich waren wir auch in der süßen Waldbahn unterwegs, die trotz meterhohen Neuschnees immer pünktlich war, da kann sich die Havag mal eine Scheibe abschneiden. Mit dieser besuchten wir die nächst gelegene „Großstadt“ Gotha, um dort in winterlicher Landschaft einen Glühwein zu genießen, denn den gab es in Friedrichroda nicht.

Stattdessen gab es dort die kleinste Brauerei Westthüringens. Das dort gebraute Bier wurde in einer urigen Kneipe angeboten und mir wurde gesagt, es schmeckt sehr gut. Eines durfte natürlich nicht fehlen. Wenn wir schon einen richtigen Winterurlaub machen – muss auch ein „Denkmal“ zurück bleiben. Und so erschufen wir „Karl-Gustav von Reinhardsbrunn“. Der kleine Schneemann von dem zunächst behauptet wurde: „Das wird nie was, denn der Schnee ist einfach zu flockig!“ Aber ich bin da unaufhaltsam, wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe hihi…

Also hier eine Empfehlung unsererseits: Wenn man einen schönen Urlaub verbringen möchte, muss es nicht sooo weit weg sein, manchmal liegt es auch fast vor der Haustür.

*Goettine*

Okt
31

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Was ist passender als am letzten Tag des Weinmonats die Reben zu besuchen, die dem Oktober ihren Namen leihen?

Auf einer schönen Wanderung durch die Weinberge um Langenbogen und Höhenstedt – der „nördlichsten geschlossenen Weinbauanlage“ – konnten wir neben einigen leckeren Äpfeln auch noch ein paar süße Trauben ernten.

Die wärmende Oktobersonne, das laue Lüftchen und die leckeren Früchte – so lässt sich Cachen mit allen Sinnen genießen.

Solche kleinen Touren machen doch immer wieder Spaß und nebenbei gab es natürlich noch ein kleines Kaffeetrinken mit Kuchen und Feigen in netter Gesellschaft.

Okt
31

Das Beschneiden des Kürbis

Das Ende des schönen Weinmonats rückte näher und um den Abschied etwas erträglicher zu gestalten, zelebrierten wir das Beschneiden des Kürbis’.

Unsere bewährte Schnitzgemeinschaft wurde durch Steffi tatkräftig unterstützt und es wurde ein neues Talent entdeckt! Von dem könnt ihr euch selbst überzeugen. Natürlich wurde aus den „Gedärmen“ eine leckere Suppe gekocht – da kann das Ende kommen!

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