Mai
09

Götter zu Besuch bei einer Göttin

Geocaching       Trackback

Im Saalekreis befindet sich die alte Gemeinde Langeneichstädt. Dort besichtigten wir heute ein besonderes Denkmal der Frühgeschichte – die Dolmengöttin, den Menhir von Langeneichstädt. Bei Feldarbeiten im Jahre 1987 wurde die Grabanlage aus dem Mittelneolithikum entdeckt. In dem Gewölbe fand man den Menhir. Das Grab und die Stele datieren auf ca. 3600-2700 v. Chr.. Wahrscheinlich soll sie ein Phallussymbol darstellen und damit für ewige Fruchtbarkeit sorgen.

Deutlich erkennt man ein eingeritzes Oval mit drei Querstrichen und zwei Augen als stark stilisiertes Bild einer weiblichen Gottheit, der so genannten „Dolmengöttin“. Darunter findet sich ein „Axtmotiv“ als Statussymbol des Mannes. In direkter Nachbarschaft der Dolmengöttin steht die „Eichstädter Warte“, ein mittelalterlicher Wehrturm. Einmal im Jahr, am Pfingstsonntag, wird der Turm geschmückt und für Besucher geöffnet. Der Bau dieser Warte geht ins frühe Mittelalter zurück, bereits um 900 n. N. soll hier ein Turm gestanden haben.

Anschließend waren wir in Steigra und besuchten dort dieTrojaburg – ein Rasenlabyrinth. Die meisten Trojaburgen befinden sich im skandinavischen Raum. Es existieren nur noch wenige: in Schweden (etwa 200), Finnland (141), Russland (um 60) und einige in Norwegen. Um so bedeutender ist dieses in Deutschland. Trojaburgen entstammen dem volkstümlichen-religiösen Brauchtum der vorchristlichen Zeit. Das Durchwandeln des spiralförmigen, aber immer wieder die Richtung wechselnden Ganges diente vermutlich der zyklischen Förderung und Erneuerung der Fruchtbarkeit von Mensch und Natur.

*Goettine*

Mai
02

Gutshof Trebitz

Dieses Mal haben wir uns die alten Gemäuer eines verlassenen Bauerhofs angesehen. Von den damals recht beeindruckenden Gebäuden, stehen heute nur noch die äußeren Wände.

Leere Fensteröffnungen in zerbröckelnden Ziegelresten. Ein kleiner Baum reckt sich aus dem Dunkel eines eingestürzten Kellergewölbes.

Hohes Gras überwuchert den gepflasterten Weg. Blinde Türen die von der einen Natur in die Nächste überführen. Kein Unterschied zwischen Herrenhäusern und Gesindestuben, in jedem Zimmer kämpft die vergessene Zivilisation gegen die erbarmungslose Vegetation – und wir mittendrin. Im erschöpften Licht des vergehenden Tages war es ein ganz besonders beeindruckendes Erlebnis.

*Goettine*

Mai
01

Ruine im Salzland

Heute frönten wir wieder einer besonderen Liebhaberei. Dem Besuch vergessener Bauwerke. Dieses mal ging es tief in das Salzland. „Haus Zeitz“, eine kleine Siedlung in der Nähe von Belleben. Der Ursprung dieser Siedlung geht sehr wahrscheinlich bis in die Zeit der slawischen Besiedlung zurück. Der Name Zeitz erinnert an die slawische Worte “zitci” oder “ciza”, die für “Kornspeicher” oder “Göttin der Säugenden” stehen.

Dort befindet sich eine alte Schlossruine, welche im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Das alte Schloss muss ein großer und reich ausgestatteter Bau gewesen sein, wie auch historische Abbildungen vermuten lassen. Dennoch zeigten sich bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts Anzeichen für einen Niedergang. Nach dem Wiener Kongress wurden Landarbeiter aus Polen und den damaligen deutschen Ostgebieten dort untergebracht.

Der Fürstensaal diente als Kornschütte und die herzogliche Familie ließ sich nur selten sehen. Auch 1945 hinterliesen amerikanische Soldaten ihre plündernden Spuren. Im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone wurde die adelige Familie von Anhalt 1946 enteignet. Das Schloss diente der Unterbringung einiger der zahllosen Heimatvertriebenen. Vom Schloss „Haus Zeitz“ ist heute nicht mehr viel übrig.

Sehenswert sind die Ruinen dennoch, das Flair der Endlichkeit liegt schweigend auf den müde gewordenen Mauerresten. Langsam, aber stetig holt sich die Natur ihren Besitz zurück.

*Goettine*

Mai
01

Tag der Arbeit!

Da wir weder rote Fahnen schwengten, noch pöbelnd durch die Innenstadt zogen, hatten wir genügend Zeit das schöne Wetter ausgiebig zu genießen. Ein Ausflugsziel war die „Weiße Wand“ von Dobis. Ein Naturdenkmal im unteren Saaletal, welches die Verwitterungsschichten der unterschiedlichsten Gesteine zeigt. Aufgrund derer bietet das Gestein den verschiedensten Pflanzen eine Lebensgrundlage.

Hinzu kommt, dass das Gebiet des Naturparks das niederschlagsärmste in Deutschland ist. Das bedeutet, dass sich hier Pflanzengemeinschaften typischer Steppengebiete herausgebildet haben. Und da es im Burgenlandkreis so schön war mit der „Steil-Bergauf-Kletterei“, mussten wir das heute noch einmal wiederholen. Nur dieses Mal in der prallen Sonne und mit der reißenden Saale unter den Füßen. Hinauf zu einer Streuobstwiese, leider waren die Kirsch- und Apfelbäume noch in voller Blüte. Das sah schön aus, aber leider ungenießbar. Nur meine Schweinis haben sich über die Obstbaumblätter gefreut. Im Spätsommer würde sich ein Besuch in dieser Gegend sicher noch mehr lohnen. Man sollte nur große Beutel und Körbe nicht vergessen.

*Goettine*

Apr
25

Körperliche Ertüchtigung

Wieder unterwegs im Burgenlandkreis. Allerdings ließen wir heute die namengebenden, opulenten Bauwerke unbeachtet. Stattdessen besuchten wir Schulpforte – einen Ortsteil von Bad Kösen. Wer seinen begabten Nachwuchs fördern möchte, sollte sich dieses Örtchen merken. Denn die „Landesschule Pforta“ ist ein Internatsgymnasium zur Förderung Begabter mit einer langen Tradition die bis in das 16. Jahrhundert reicht.

Neben Friedrich Nietzsche (in Schulpforta von 1858 bis 1864) und anderen herausragenden Persönlichkeiten war auch Friedrich Gottlieb Klopstock hier Schüler. Ihm zu Ehren wurde eine kleine Quelle in der Nähe der Landesschule nach ihm benannt – diese war auch eines unserer Ziele. Dort angekommen, suchten wir einen geeigneten Weg zur nächsten Etappe unserer Reise. Wobei „geeignet“, vielleicht ein irreführendes Wort ist. Denn wir, *hüst* auf anraten von mir, wählten den DIREKTEN Weg. Dummerweise war dieser nicht wirklich befestigt bzw. er existierte gar nicht und führte steil gen Himmel.

Aber da unsere geistigen Fähigkeiten keiner Förderung bedürfen, weil diese bereits unermäßlich sind, trainierten wir eben unseren Körper. So krackselten wir im Angesicht des Todes schnurstracks auf unser Ziel – eine Eremitenklause zu. Dort angekommen ruhten wir eine Weile und liesen die wunderschöne Natur auf unsere geschunden Körper einwirken, bevor es weiterging quer durch Bad Kösen, entlang der Saale.

*Goettine*

Apr
24

Ungewollte Blutspende

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Freitags ab 1 macht jeder seins (oder so). Getreu diesem Motto ging es heute in Begleitung vom Champster in den Luppewald. Es sollte eine entspannte Cachetour werden. Zwar mit einer nicht unerheblichen Wegstrecke, aber dafür aller paar Meter mit einem Cacheversteck als Belohnung. Soviel zur Theorie. In der Praxis zeigte sich uns, dass der Luppewald einige stehende Wasserstellen beherbergt, welche im Winter gar kein Problem darstellten. Allerdings haben wir es nun mittlerweile Frühling und wer gehofft hat, dass die Mücken im Winter alle erfroren sind, liegt leider falsch. Ich sage euch, die Viecher haben alle überlebt und z. Z. leben sie im Luppewald, um Kräfte zu sammeln. Für die Minivampire waren wir nur Nahrung und genau das zeigten sie uns auch spontan und ohne müde zu werden.

Gefühlte 2 l Blut weniger in den Adern und 12 Caches mehr in der Statistik verließen wir dann den Wald. Es sei aber bemerkt, dass wir trotz wirklich sehr intensiven querfeld -waldein keinerlei Zecken eingesammelt haben. Vielleicht lag es ja daran, das wir direkt am Anfang eine Ansammlung von Bärlauchpflanzen durchquert haben und deren Geruch an unseren Schuhen/Hosen keinerlei Leben mehr zuließ. Tatsächlich riecht momentan unser Flur immer noch exakt wie dieses Bärlauchfeld.

Bewegungsprofil: 10,8 km vorbei an Milliarden Mücken

Apr
19

Unterwegs im Burgenlandkreis

Burgenlandkreis – da muss man doch einmal nachsehen, ob der Name auch gerechtfertigt ist. Also ging es heute ab gen Süden. Angefangen haben wir mit Weißenfels, dort besuchten wir das Schloss „Neu-Augustusburg“. Die eigentliche Weißenfelser Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

An ihrer Stelle entstand unter den Herzögen August und Johann Adolf I. im 17. Jhd. die barocke Residenz des albertinischen Herzogtums Sachsen-Weißenfels – das Schloss. Momentan befindet sich dieses in der Restauration und man kann die werdende Schönheit leider nur erahnen. Aber ein Blick von Schlossterrasse bietet eine herrliche Aussicht über die Stadt.

Weiter ging nach Schönburg eine Burganlage über dem gleichnamigen Dorf. Eine Ruine der romanischen Bischofsburg des Bistum Naumburg. Ein wunderschönes Fleckchen Erde. Leider kamen wir einen Tag zu spät, denn gestern war dort Jungweinfest.

*Goettine*

Apr
19

Auf der Suche…

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… nach möglichen Verstecken für zukünfte Caches. Da hatte ich doch tatsächlich die Bilder vom letzten Wochenende auf meiner Kamera vergessen. Ok, vergessen ist vielleicht das falsche Wort. Ich war nur nicht dazu gekommen sie zu sichten. Nach unserer heutigen Tour habe ich sie dann natürlich noch durchgeschaut und einige Impressionen möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Im Grunde genommen waren wir in Merseburg unterwegs, um potentielle Verstecke zu suchen, die wir für unsere zukünftigen Caches verwenden können. Ein paar haben wir auch gefunden und nebenbei das herrliche Wetter in vollen Zügen genossen.

Merseburg hat schon tolle Ecken und genau dorthin wollen wir natürlich auch mal andere Cacher locken.

Apr
11

Dieskauer Park im Sonnenschein

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Im Herbst waren wir ja schon einmal im Dieskauer Park Cachen. Damals noch bei Regen und Matsch. Heute gelang es uns dann unverhofft, diesem schönen Ort, trotz recht verplanter Zeit, noch einen Besuch abzustatten. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn Ausflüge werden bei uns in letzter Zeit irgendwie nur nach Verfügbarkeit von Geocaches am jeweiligen Ziel geplant.

Diesmal ging es etwas kurzfristig und ohne großartige Planung los. Das tolle Wetter musste einfach genutzt werden. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die den Park besuchen wollten und somit gestaltete es sich umso schwerer, unbemerkt die Caches zu bergen. Insbesondere an einer Stelle wurde unsere Geduld einer schwierigen Prüfung unterzogen.

Schon beim ersten Blick wissend, wo sich der Cache befindet, konnten wir ihn aber dennoch nicht unbemerkt erreichen, denn in dessen Nähe hatten es sich 2 Männer gemütlich gemacht und machten den Eindruck, hier Wurzeln schlagen zu wollen. Ok, damit muss mal leben, also erstmal zum nächsten Cache, welcher auch schnell und vor allem unbeobachtet gehoben werden konnte. Wieder zurück am ersten Versteck kam dann die Ernüchterung. Die beiden waren immer noch da.

Na gut, jetzt erst recht. Wer gibt eher auf? Wollt ihr das totale Warten? Jaaaa! Um es kurz zu machen, nach ca. 30 min gaben die beiden auf, unwissend, dass sie eben einen Wettkampf verloren hatten. Danach ging alles ganz schnell und wir konnten Cache Nr. 183 von unserer ToDo-Liste streichen.

Apr
10

Osterspaziergang

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[…] Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in rauhe Berge zurück[…] Solch ein Wetter wie es uns der heutige Karfreitag bot, muss wohl den Dichtervater Goethe dazu bewogen haben, den Osterspaziergang in den Faust einfließen zu lassen. Diesen Frühlingstag wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen, trotz der obligatorischen Familienbesuche.

So haben wir uns zu einigen kleinen Spaziergängen entschlossen. Die erste Station war die „Steinerne Jungfrau“ bei Dölau. Ein Menhir (Bedeutung: bretonisch „langer Stein“) aus der Jungsteinzeit, ein Abbild verstorbener Ahnen. Sie diente als Ersatzleib und Sitz der Seele nach dem Tod. Bemerkenswert ist, dass dieser sagenumwobene Menhir der zweit höchste in Deutschland ist. Ãœberlieferungen berichten eine Riesin soll während eines Gewitters, um ihr Kleid nicht zu beschmutzen, Brote in eine Pfütze geworfen haben, um diese trockenen Fußes zu überqueren. Wegen dieses Frevels wurden sie und ihre Brote versteinert.

Anschließend besuchten wir den Bierhügel bei Salzmünde. Auf diesem steht ein etwa 2 m hoher Stein mit einer verwitterten Inschrift. Sein Name gründet sich auf eine Erzählung aus dem Jahre 1222: Elisabeth, die Heilige, Gattin des Pfalzgrafen Ludwig, war auf der Heimreise zur Wartburg und kam dabei durch Salzmünde. Die Untertanen der umliegenden Dörfer huldigten andächtig der Heiligen. In Anerkennung dafür befreite sie die Dörfer vom Abgabezehnt. Alljährlich, zur Erinnerung an die fürstliche Vergünstigung, sollten die Bauern und Gutsherren der Reihe nach zum Himmelfahrtstag eine Tonne Bier auf dem nahe gelegenen Hügel – dem Bierhügel, ausschenken.

Nach einem reichlichem Kaffeetrinken ging es dann in die Heide, einem der schönsten Fleckchen Natur in der Umgebung von Halle. Mit einem zünftigen Grillabend liesen wir dann, den rundum gelungenen Karfreitag ausklingen.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

*Goettine*

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