Jul
19

Kasernenrunde

Geocaching       Trackback

Früher beim Bund bestand eine Kasernenrunde darin, im Jogginganzug das Gelände des Standorts im Laufschritt zu umrunden. Unsere gestrige Kasernenrunde zusammen mit Thomas fiel etwas anders aus. Diesmal ging es nach Leipzig Gohlis, auf das Gelände der General-Olbricht-Kaserne. Der Kasernenkomplex entstand in den Jahren 1895 – 1897. Gebaut wurden in diesen 2 Jahren die Kaserne des Infanterieregiments 107, die Kaserne des Ulanenregiments 18, das Divisionsgericht mit Militärgefängnis, die Garnisonsverwaltung und das Proviantamt.

Diese Kasernen befanden sich durch die alte „Grenze“ zwischen Möckern und Gohlis auf der Seite von Möckern. Gleichzeitig enstanden auf der Gohliser Seite die Kaserne für das Artillerieregiment 77, das Bekleidungsamt und das Artilleriedepot. Zur Unterbringung wurden zahlreiche Einquartierungshäuser errichtet. Somit war dieser Komplex der zweitgrößte in Sachsen und einer der größten im damaligen Deutschland. Zeitweilig lebten dort bis zu 8000 Soldaten. [Quelle]

Leider habe ich keine belegten Informationen gefunden, was mit dem Komplex nach dem 2. Weltkrieg geschah. Eins ist aber klar, er wurde von der sowjetischen Armee übernommen. Die Spuren sieht man noch heute. Unser eigentliches Ziel waren zwar 5 Caches auf diesem Gelände, aber recht schnell merkten wir, dass die Dosensuche heute eher eine etwas untergeordnete Rollen spielen würde. Hier war einfach viel zu viel zu entdecken, viel zu viele Motive, die aus unsere Kameras warteten. Allerdings sollte sich das nicht einmal als Problem darstellen, denn die Caches fanden wir eigentlich fast nebenbei.

Ich denke, wir haben schätzungsweise nur ein Viertel des ganzen Geländes erkundet, denn mehr ist in 4-5h fast nicht zu schaffen. Der Verwendungszweck der einzelnen Gebäude erschloss sich uns nur nach und nach. So besichtigen wir ein ehemaliges Kino, Werkstatthallen, einen Kornspeicher, eine alte Mühle und vieles vieles mehr. Hier existierte eine nahezu eigenständige kleine Stadt.

Ein Ausflug dorthin lohnt sich auf alle Fälle auch für Nichtgeocacher, soviel ist klar. Wer gerne mit der Kamera unterwegs ist, wird hier seine wahre Freude haben. Leider hat mittlerweile auch der Zahn der Zeit ziemlich an den Gebäuden genagt, sodass ihre Existenz mit Sicherheit begrenzt ist. Aber gerade dieses Marode, der Verfall machten für uns am gestrigen Tag den Charme des Ganzen aus.

Auf alle Fälle durfte das Abschlussfoto auf dem Exerzierplatz nicht fehlen. Damit war unsere Cachetour natürlich noch nicht abgeschlossen, aber das Highlight war eindeutig die Kasernenrunde.

Natürlich waren auch die Caches auf dem Gelände allesamt sehr gut. Aber wie schon erwähnt und wie auch auf den Bilder zu erkennen ist, es gibt tatsächlich Cachingtouren, auf denen sich die Prioritäten etwas verschieben.

10 Antworten zu “Kasernenrunde”

  1. Goettine sagt:

    Was für ein Tag!
    Ein Gelände der Einsamkeit und das in einer sonst so lebendigen Stadt. Ein Ort eingehüllt in die Stille des Verfalls und wir mitten drin … (Also was Lebendiges im Toten, was sich im Leben befindet… verwirrend?)

    Man möchte es kaum schreiben, aber es hat unheimlich viel Spass gemacht. Es ist schon skuril, ein Wort der Freude mit dem Verfall zu kombinieren.

  2. bebboh sagt:

    Ein Ort an dem mein Herz höher schlägt. Nicht, weil ich an die Historie dieses Areals denke, sondern weil mich solche „Ruinen“ einfach faszinieren. Die Fotos sind toll… ein schönes Revue-Passieren-Lassen 😛

    Nur leider habe ich auf dem Gruppenfoto graue Ohren 😥 (Das könnte natürlich auch von Gebäuden gekommen sein – hab gestern äußerst selten meine eigenen Ohren angeschaut :mrgreen:).

    Freu mich auf die nächste Tour!!!

  3. TNT sagt:

    @bebboh
    Asche auf mein Haupt, das war mir gar nicht aufgefallen. Da ist mir wohl etwas zuviel H2O2 aufs Bild gelaufen 😉 Hab es prompt geändert.

  4. bebboh sagt:

    Du hättest ja auch zum Ausgleich alle Ohren grau machen können – das hätt bestimmt lustig ausgesehen :mrgreen:

  5. Goettine sagt:

    Nun, dass hatte er ja schon zu 2/3 umgesetzt, nur sich selbst hatte er verschont… 😉

  6. Ronnie sagt:

    Ahh, Neid. Da sieht alles sehr spannend aus und ich würde da auch liebend gerne mit einer Kamera auf Entdeckungstour gehen. Schön, dass ihr so aktiv seid!

  7. Goettine sagt:

    Du bist natürlich herzlich eingeladen uns einmal dabei zu begleiten…. 😉

  8. Caro sagt:

    Hallo!

    Ich bin von der GH-L ( Ghost Hunter -Leipzig ) und hätte mal einige Fragen zu eurem Geocaching in der Kaserne. Wir hatten damals vor ca. einem Jahr schon einmal ein Paranormale Untersuchung durchgeführt auf Grund von Augenzeugen berichten die uns angeschrieben haben das es dort nicht mit rechten Dingen zugeht.
    Wir hatten ebenfalls mal ein Team getroffen was mit Geocaching beschäftigt war da kam man auch gleich ins Gespräch was machen sie und was machen wir. Es war ein interessanter Austausch.

    Was mich Interessiert ist ob ihr ebenfalls in der Kaserne etwas merkwürdiges Erlebt habt z.b.: Fußschritte oder andere Geräusche die keinen Ursprung zu haben schienen?

    Das mag jetzt einen komisch vorkommen bzw. einen zum schmunzeln bringen, wenn man so was liest aber ich würde mich sehr auf Rückantwort freuen, auch per E-Mail. ( ich hätte auch noch eine Frage aber die möchte ich nicht hier stellen )

    Grüße Caro

  9. TNT sagt:

    Hallo Caro,
    ich habe dir eine Mail geschickt.

  10. Goettine sagt:

    Mir ist nichts aufgefallen….

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