{"id":3077,"date":"2016-05-20T22:28:47","date_gmt":"2016-05-20T20:28:47","guid":{"rendered":"http:\/\/ostblog.tk\/?p=3077"},"modified":"2024-02-21T10:12:20","modified_gmt":"2024-02-21T09:12:20","slug":"heeresversuchstelle-kummersdorf-verssuchstelle-west","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ostblog.tk\/?p=3077","title":{"rendered":"Heeresversuchstelle Kummersdorf &#8211; Versuchstelle West"},"content":{"rendered":"<p>Im Sommer 1930 beauftragte das Heereswaffenamt das Referat Ballistik und Munition, die Brauchbarkeit gro\u00dfkaliberiger Raketen zu untersuchen. Zur gleichen Zeit begannen in Kummersdorf die ersten streng geheimen Versuche mit Raketenbrenn\u00f6fen. Hier wurden unter der Leitung des sp\u00e4teren Generals Walter Dornberger Konstruktionsbaracken, Messh\u00e4user sowie Versuchsst\u00e4nde errichtet. Anfangs stand die Erprobung der von der Industrie gelieferten Schwarzpulver &#8211; Raketentreibs\u00e4tze auf der Agenda. Doch gleichzeitig wurde auf dem Raketenflugplatz Berlin &#8211; Reinickendorf eine Rakete mit Fl\u00fcssigkeitstriebwerk entwickelt.<\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/48mgt0alp9lyltr\/Kummersdorf02.jpg?dl=1\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geocaching\/Kummersdorf02a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Im August 1932 kam die 3600 mm lange und 20 kg schwere Rakete zum Versuch nach Kummersdorf. Die Rakete entwickelte einen solchen Schub, dass sie aufstieg. Doch in einer H\u00f6he von 70m legte sie sich in die Waagerechte und st\u00fcrzte ab.<\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/mqlh6xjynpoytxv\/Kummersdorf01.jpg?dl=1\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geocaching\/Kummersdorf01a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Ein bedeutender Tag in der Geschichte der Anlage war der 22. Juni 1932. An diesem Tag sollte auf dem Schie\u00dfplatz Kummersdorf eine 3 Liter Fl\u00fcssigkeitsrakete (Mirak III) abgeschossen werden. Wernher von Braun, Rudolf Nebel, Hans Beerm\u00fcller und Paul Ehmayer starteten von Reinickendorf mit zwei Mirak III in Richtung Kummersdorf. Dem damals 20 j\u00e4hrigen Wernher von Braun imponierten die Anlagen in Kummersdorf so sehr, dass er 30 Jahre sp\u00e4ter das folgende schrieb: &#8222;Was wir auf dem einsamen Platz fanden, erregte unseren Neid und unsere Bewunderung zugleich. Wir fanden einen vollendeten Pr\u00fcfstand f\u00fcr die Brennkammern von Fl\u00fcssigkeitsraketen vor, mit Betonmauern umgeben und mit einem Schiebedach versehen. Wir staunten \u00fcber den Beobachtungsraum und zeigten uns beeindruckt von dem Messraum, in dem sich ein Wirrwarr von allen m\u00f6glichen Pr\u00fcfleitungen, Registrierapparaten, Messger\u00e4ten u.s.w. befanden. Auf der Schie\u00dfbahn, wo unsere Rakete erprobt werden sollte, standen neuartige Kino &#8211; Theodoliten zur Verf\u00fcgung, die den gesamten Flug der Rakete auf den Film bannen und zugleich ihren Flugweg vermessen konnten. Wenn wir da an unseren Laden in Reinickendorf dachten, h\u00e4tten wir eigentlich Minderwertigkeitskomplexe haben m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/s91wmsjj2rqnaf7\/Kummersdorf03.jpg?dl=1\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geocaching\/Kummersdorf03a.jpg\" alt=\"\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/boq24k9okpu6lm8\/Kummersdorf04.jpg?dl=1\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geocaching\/Kummersdorf04a.jpg\" alt=\"\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/lu16npjotjwc8ol\/Kummersdorf05.jpg?dl=1\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geocaching\/Kummersdorf05a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Beeindruckt von den Einrichtungen und M\u00f6glichkeiten von Kummersdorf, entschloss sich Wernher von Braun, mit dem Heereswaffenamt zusammenzuarbeiten. Am 1. Oktober 1932 wechselte er nach Kummersdorf \u00fcber und nahm alles bisherige Wissen und die Erfahrungen aus Reinickendorf mit. Etwa zum selben Zeitpunkt begann der Bau des ersten aus Beton hergestellten Pr\u00fcfstandes. Er befand sich in direkter Nachbarschaft zum Pulverraketenpr\u00fcfstand. Zum Pr\u00fcfstand welcher eine L\u00e4nge von 6 Metern sowie eine H\u00f6he von 4 Metern hatte, geh\u00f6rten noch zwei Baracken mit Arbeitszimmer, Konstruktionsraum, Dunkelkammer und eine Werkstatt. Am 21. Dezember 1932 wurde der erste Brennversuch gestartet. Er misslang. Hierdurch wurde die Einrichtung des Pr\u00fcfstandes fast v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Nach der Wiederherstellung des Pr\u00fcfstandes wurden die Versuche fortgef\u00fchrt. Aufgrund der hohen Auslastung wurde 1934 ein weiterer Pr\u00fcfstand gebaut.<\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/oo8ma36tp5v3hr9\/Kummersdorf06.jpg?dl=1\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geocaching\/Kummersdorf06a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>1934 begannen auch dann die Arbeiten an der ersten kompletten Rakete mit Fl\u00fcssigkeitsraketentriebwerk, dem Aggregat 1 (A1). Die 150 kg schwere Rakete sollte von einer Abschussrinne gestartet werden. Zum Start kam es allerdings nie. Ein neues Projekt, die A2 wurde entwickelt. Parallel dazu begannen die Arbeiten an einem neuen Triebwerk mit 1000 kg Schubleistung.<\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/nujboqltopha9xu\/Kummersdorf07.jpg?dl=1\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geocaching\/Kummersdorf07a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Mit dem Gedanken, Jagdflugzeuge mit einem Fl\u00fcssigkeitstriebwerk anzutreiben befasste sich Wernher von Braun so eingehend, dass er im M\u00e4rz 1936 ein solches Triebwerk in eine &#8222;Junkers jun.&#8220; einbaute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Sommer 1930 beauftragte das Heereswaffenamt das Referat Ballistik und Munition, die Brauchbarkeit gro\u00dfkaliberiger Raketen zu untersuchen. Zur gleichen Zeit begannen in Kummersdorf die ersten streng geheimen Versuche mit Raketenbrenn\u00f6fen. Hier wurden unter der Leitung des sp\u00e4teren Generals Walter Dornberger Konstruktionsbaracken, Messh\u00e4user sowie Versuchsst\u00e4nde errichtet. Anfangs stand die Erprobung der von der Industrie gelieferten Schwarzpulver [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,16],"tags":[],"class_list":["post-3077","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-geocaching","category-lost-place"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3077"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3077\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3533,"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3077\/revisions\/3533"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ostblog.tk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}