{"id":3007,"date":"2015-07-31T23:16:43","date_gmt":"2015-07-31T21:16:43","guid":{"rendered":"http:\/\/ostblog.tk\/?p=3007"},"modified":"2024-02-21T10:23:52","modified_gmt":"2024-02-21T09:23:52","slug":"urlaub-im-erzgebirge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ostblog.tk\/?p=3007","title":{"rendered":"Urlaub im Erzgebirge"},"content":{"rendered":"<p>Als genaues Ziel unserer Reise w\u00e4hlten wir einen Ort im gr\u00f6\u00dften zusammenh\u00e4ngenden Waldgebiet des mittleren Erzgebirges \u2013 Geyer, eine alte Bergbaustadt. Die Zeugen dieser Vergangenheit sieht man an jeder Ecke. Bereits seit dem 13 Jahrhundert wurde in dieser Gegend Zinn, sp\u00e4ter auch Silber abgebaut. Die Erzlagerst\u00e4tten in dieser Gegend z\u00e4hlen zu den ergiebigsten Europas. Und selbst als um 1990 die letzten Bergwerke geschlossen wurden, waren sie noch immer nicht ersch\u00f6pft.<\/p>\n<p><center><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer01a.jpg\" alt=\"\"><\/a><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer08.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer08a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Mitten in diesem idyllischen St\u00e4dtchen findet man einen riesigen Krater \u2013 die Geyersche Binge. Sie entstand durch den intensiven Abbau in den Gruben unter dem Geyersberg und dem pl\u00f6tzlichen Zusammensturz der unterirdischen H\u00f6hlen und G\u00e4nge. In den bis zu 35 m hohen und bis zu 40 m breiten Weitungen kam es 1704 zu dem ersten gro\u00dfen Tagesbruch, dem bis 1803 weitere folgten. Der letzte verh\u00e4ngnisvolle Bruch ereignete sich am 11. Mai 1803. Bis heute liegen zwei Bergm\u00e4nner dort begraben. Es hei\u00dft, man habe bereits das Bergschlagen (Ein warnendes Grummeln, dass der Berg bald zusammenrutscht) geh\u00f6rt, aber diese zwei M\u00e4nner begaben sich dennoch hinein und die H\u00f6hlen brachen zusammen und versch\u00fctteten sie. Heute ist der gewaltige, etwa 60 m tiefe Krater ein Naturschutzgebiet mit einer Fl\u00e4che von 200&#215;250 m. Ein sehenswerter Rundweg schl\u00e4ngelt sich durch das beeindruckende Gebilde.<\/p>\n<p><center><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer04a.jpg\" alt=\"\"><\/a><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer06a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><br \/>\n<center><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer09.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer09a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Ein anderes Naturdenkmal ganz in der N\u00e4he sind die Greifensteine. Eine aus Granit bestehende Felsformation im Waldgebiet zwischen den Ortschaften Ehrenfriedersdorf, Geyer, Jahnsbach und Thum. Der h\u00f6chste der sieben Granitfelsen erreicht eine H\u00f6he von 731 m \u00fcber NN. Weitere sechs Felsen wurden durch Steinbrucharbeiten abgetragen, die 1923 endeten. Aufgrund der Ergiebigkeit der Erzlagerst\u00e4tte sind die Greifensteine auch ein bekannter Fundort f\u00fcr viele verschiedene Minerale unter anderem Beryll, Gips, H\u00e4matit, Topas, sowie verschiedene Granate, Turmaline  und andere. Wir selbst haben in dieser Gegend einen Amethysten gefunden. Ganz in der N\u00e4he befindet sich die St\u00fclpnerh\u00f6hle. Der erzgebirgische Volksheld Karl St\u00fclpner, Wildsch\u00fctzer und Helfer der Armen, ist eine Legende. Er wurde am 30. September 1762 in Scharfenstein in \u00e4rmlichsten Verh\u00e4ltnissen geboren und starb am 24. September 1841 im Alter von 79 Jahren in Scharfenstein. Er gilt als der \u201eRobbin Hood\u201c des Erzgebirges. Auf Grund seiner Taten (u.a. Wilderei) war er jedoch \u201evogelfrei\u201c. Die Greifensteine und speziell eine H\u00f6hle im Gestein sollen ihm als Versteck gedient haben, um seinen H\u00e4schern zu entkommen.<\/p>\n<p><center><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer05a.jpg\" alt=\"\"><\/a><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer02a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Auch sehenswert ist der Greifenbachstauweiher &#8211; einer der \u00e4ltesten Talsperren Deutschlands. Der urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Bergbau angelegte See wird heute mit seinen 634.000 m\u00b3 als Naherholungsort genutzt. Aber nicht nur die Natur ist dort sehens- und besuchenswert, auch das ehemalige Bahnhofsgel\u00e4nde in Geyer lohnt sich. Eine Schmalspurbahn-Dampflok erinnert an die Geschichte des &#8222;Thumer Netzes&#8220;. Im Lokschuppen gibt es eine Ausstellung zur Schmalspurbahn zu besichtigen und wenn man ein wenig in den W\u00e4ldern spazieren geht, kann man sogar noch, neben zahlreichen alten Stollen, die \u00dcberreste finden u.a. die der l\u00e4ngsten Schmalspurbahnbr\u00fccke Deutschlands, vielleicht sogar Europas.<\/p>\n<p><center><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer03a.jpg\" alt=\"\"><\/a><a href=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer07.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/Uploads\/geyer07a.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/center><\/p>\n<p>Eines jedoch verwirrt den Sommertouristen. \u00dcberall sieht man Indizien des Winters. An jeder Hausecke wird vor fallendem Dacheis gewarnt. Im Schaufenster stehen Schlitten und in der Schnitzereiwerkstatt stehen die detailreichen Schwippb\u00f6gen und R\u00e4ucherm\u00e4nnchen Spalier. Und das bei 30\u00b0C im Schatten. F\u00fcr wen das noch nicht Grund genug ist, der Gegend einen Besuch abzustatten, dem sei gesagt, dass die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit dort un\u00fcbertroffen ist. \u2026 Nur kostenfreie Parkpl\u00e4tze gibt es dort nirgendwo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als genaues Ziel unserer Reise w\u00e4hlten wir einen Ort im gr\u00f6\u00dften zusammenh\u00e4ngenden Waldgebiet des mittleren Erzgebirges \u2013 Geyer, eine alte Bergbaustadt. Die Zeugen dieser Vergangenheit sieht man an jeder Ecke. Bereits seit dem 13 Jahrhundert wurde in dieser Gegend Zinn, sp\u00e4ter auch Silber abgebaut. Die Erzlagerst\u00e4tten in dieser Gegend z\u00e4hlen zu den ergiebigsten Europas. 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